In der Regel finden systemische Familienaufstellungen in der Gruppe statt.
Eine Gruppe besteht aus Stellvertretern, also Menschen die das Familienstellen und/oder die Arbeit des Seminarleiters kennen lernen wollen oder Menschen , die das Aufstellen sehr schätzen und gern mit der Arbeit in Kontakt bleiben möchten und so auch über sich selbst immer wieder Neues erfahren.
Die zweite Gruppe besteht aus Menschen, die mit einem persönlichen Anliegen zur Familienaufstellung kommen, um dies auf zu stellen und hierfür eine permanente, tiefe Lösung suchen.
Der Ablauf einer systemischen Familienaufstellung:
Der Klient nennt sein Anliegen, das er aufstellen möchte. Da viele Klienten Schwierigkeiten haben es konkret zu benennen, unterstützt der Seminarleiter so lange, bis das Anliegen in ein oder zwei kurzen Sätzen genannt werden kann.
Nun wird festgelegt, welche Personen, aus dem Herkunftssystem und/oder Gegenwartssystem, für eine Lösung erstmal wichtig sind und Stellvertreter werden dafür ausgewählt. Diese werden dann im Raum, nach dem inneren Bild des Klienten, positioniert. Stellvertreter können eine Rolle annehmen oder auch ablehnen, das steht ihnen frei. Dann wird eine andere Person für die Rolle gewählt. Auch während der Arbeit kann sich ein Stellvertreter austauschen lassen.
Wenn die Stellvertreter nun positioniert wurden, kann die Aufstellung beginnen. Sie fühlen sich in ihre Rollen ein und schauen, welche neuen Gefühle wahrnehmbar sind.
Hier kommt nun das "phänomenologische Feld" ins Spiel, über das sich schon viele Wissenschaftler den Kopf zerbrochen haben. Verschiedene Erklärungsmodelle wurden dazu entwickelt, aber letztendlich läßt sich die Existenz dieses Feldes nur an der Wirkung erkennen. Es ist nämlich so, dass die Stellvertreter Dinge wahrnehmen können, die oft eindeutig mit der Person zu tun haben, die sie vertreten und das obwohl sie die in der Regel nicht kennen und auch nichts über diese wissen.
Das können einfache Gefühle sein:
Die rechte Schulter fühlt sich schwerer an, ich kann nicht gerade stehen, ich habe ein Kribbeln im linken Bein, meine Hände sind ganz kalt.........
Es können auch komplexere Impulse wahrgenommen werden:
Ich spüre eine Last im Nacken die mich nach unten zieht, ich muss mich hinlegen, ich fühle mich von X abgestoßen, ich spühre eine starke Liebe zu Y, ich bin schuldig, ich werde hier angeklagt, ich bin sehr traurig, ich bin glücklich, das macht mir Angst, ich fühle mich jetzt befreit.........
Diese "Fremdgefühle" können sich ohne weiteres auch noch vertiefen und damit bekommt eine Familienaufstellung oft eine Eigendynamik mit der Tendenz zur Lösung.
Im Laufe der Arbeit, wenn sich erste Lösungsmöglichkeiten anbieten, unterstützt der Seminarleiter den Prozess und lädt den Stellvertreter des Klienten ein, erste Schritte in die richtige Richtung zu machen.
Oft, wenn die Lösung nahe ist, wird der Klient selbst eingewechselt. So kann er die letzten erforderlichen Schritte gehen und Worte sagen und so das Abschlussbild spüren und viel besser integrieren. Der Klient kann dies aber auch ablehnen und von aussen das Abschlussbild ins Herz nehmen.
Zum Schluss werden alle Stellvertreter aus ihren Rollen entlassen und der Klient bedankt sich bei ihnen für die Unterstützung.
Wie können Sie sich auf eine Familienaufstellung vorbereiten?
Vordereitung zum Familienstellen
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